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Aktiver Naturschutz auf der Streuobstwiese (BNE - Projekte)

Unser Schullandheimgelände bietet vielfältige Lebensräume für heimische Tiere und Pflanzen. Auf der Streuobstwiese, den Hecken und Wiesen gibt es vieles zu entdecken und zu pflegen. Hier kann auch von Schülern ganz praktisch Hand angelegt werden, um die Nistkästen zu kontrollieren und zu reinigen, die Hecken und die Wiesen zu pflegen oder das Insektenhotel in Schuss zu halten. Aus den Äpfeln und Wildfrüchten kann im Herbst allerlei Leckeres zubereitet werden.

Dieses praktische Erleben von Naturschutz wird von Theorieeinheiten flankiert, welche altersgemäß in die Praxis eingestreut werden und oft spielerisch sind.

Aktion 1 - Rund um den Apfel

Was hat die Apfelernte eigentlich mit Naturschutz zu tun, wieso wohnt ein Wurm in meinem Apfel und was verbindet Äpfel mit Bienen? Diesen und vielen anderen Fragen gehen wir nach, wenn wir im Frühling Bienen an Apfelblüten beobachten und im Herbst Äpfel auf unserer Streuobstwiese ernten und daraus leckeren Saft und Kuchen herstellen.

Dieses Thema kann den entsprechenden Altersstufen der Schüler angepasst werden (3. - 8. Klasse). Es wird Wert darauf gelegt, dass dieses Thema handelnd erlebt wird. Quasi nebenbei oder gezielt mit kleinen Theorieeinheiten erfahren wir etwas zur Ökologie von Apfelplantagen und dem ökologischen Fußabdruck unseres Supermarktapfels. Jahreszeitlich wird dieses Thema variabel durchgeführt, es hat jedoch mit der Apfelernte seine Hauptaktivität im Spätsommer und Herbst. Dann werden aus den Äpfeln Apfelsaft gepresst, Apfelkuchen gebacken, Apfelringe getrocknet oder Apfel-Holunder-Marmelade gekocht. Für die Kinder hat es seinen besonderen Reiz , da alles selbst verzehrt wird und natürlich besonders lecker schmeckt, wenn man es mit den eigenen Händen hergestellt hat. Das Thema Apfel ist inhaltlich verzahnt mit den anderen Themen auf dieser Seite und kann daher auch zu anderen Jahreszeiten durchgeführt und kombiniert werden.

Aktion 2: Bienen und andere Bestäuber

Seit ein paar Jahren ist das Thema „Bienensterben“ in aller Munde. Aber was hat es damit eigentlich auf sich, sind die Honig- oder Wildbienen gemeint? 

Wir kommen den Bienen auf die Schliche und beobachten Wildbienen am Insektenhotel und Honigbienen an ihrer Beute. Alle Bienen gemeinsam haben eine zentrale ökologische Funktion, die Bestäubung von Blüten, ohne die es keine Früchte und weniger Nahrung, auch für den Menschen, gäbe. Aktiv kann an Bienenbehausungen gewerkelt und mit Spiel und Spaß gelernt werden.

 

Dieses Thema kann den entsprechenden Altersstufen der Schüler angepasst werden (3. - 8. Klasse). Es ist vom Frühling bis in den Herbst durchführbar.

Zunächst wollen wir den Bienen leibhaftig begegnen und sie bei ihrem Tagesgeschäft beobachten. Allen drängt sich bei diesem Vorhaben sogleich die Frage nach ihrer Gefährlichkeit und nach Bienengift-Allergien auf, dem wir auch als erstes nachgehen. Dann können wir, geschützt mit einem Schleier oder in gebührendem Abstand, die Immen gefahrlos bestaunen. Mit dem richtigen Verhalten und einer wertschätzenden Einstellung lernen wir die friedlichen Hautflügler schnell näher kennen, Wild- und Honigbienen zu unterscheiden und sie von Wespen abzugrenzen.

Je nach Jahreszeit, Schüleralter und Themenwunsch kann man sich dann ganz praktisch den Honig- oder Wildbienen widmen, indem wir am Insektenhotel weiter bauen, die Tätigkeiten eines Imkers ausprobieren oder sogar Experimente mit den Bienen durchführen.

Des weiteren wird die ökologische Funktion der Bienen und anderer Bestäuber anschaulich beleuchtet. Welche unserer Nahrungsmittel sind eigentlich von Insektenbestäubung abhängig? Welche Probleme haben die Insekten in unserer Kulturlandschaft und was hat unser Konsumverhalten damit zu tun? Als positiven Abschluss überlegen wir gemeinsam, was jeder Einzelne zum Schutz der Insekten beitragen kann.

Aktion 3: Pflege der Streuobstwiese

„Mal so richtig anpacken, mit Säge, Ast- und Gartenschere arbeiten, und dabei noch etwas für den Naturschutz zu tun, das ist endlich mal was ganz anderes als nur die Schulbank zu drücken!“ Dabei halten wir nicht einfach nur Äste in der Hand, sondern lernen Eiche, Buche und Esche kennen und erfahren in kleinen Theorieeinheiten etwas zum Lebensraum Streuobstwiese und seiner tierischen Bewohner. Igel und Co. freuen sich über die Benjeshecke, die wir aufschichten und die Apfelbäume über mehr Sonnenlicht. Zur richtigen Jahreszeit können wir auch gemeinsam junge Obstbäume pflanzen, die uns dann ein Leben lang begleiten.

Dieses Thema kann zu allen Jahreszeiten durchgeführt werden und ist ab Klasse 4 geeignet.

Das Arbeiten ist in einen ökologischen Zusammenhang eingebettet und der Naturschutzgedanke wird anschaulich gemacht, indem wir zunächst die Bewohner kennen lernen. Auf einer Pinnwand werden Tiere einer Apfelplantage und einer Streuobstwiese zugeordnet. Ganz praktisch schauen wir uns dann die Behausungen der Insekten, Wild- und Honigbienen, Vögel, Fledermäuse oder Siebenschläfer auf unserem Gelände an und untersuchen sie.

Zum Schutz ihres Lebensraumes legen wir dann Hand an. Nach einer Einführung an den Gartengeräten wird dann gesägt, geschnitten und gebuddelt. Das praktische Tun kann sehr befriedigend sein und man sieht am Ende auch, was man getan hat. Das Totholz kann für das Lagerfeuer am Abend vorbereitet und die frischen Ruten können für das Stockbrot genutzt werden. Von Herbst bis ins Frühjahr können auch junge Obstbäume mit der Klasse gepflanzt werden. Dieses muss allerdings frühzeitig geplant werden, um die Finanzierung auf den Weg zu bringen.

Aktion 4: Nistkästen und Ihre Bewohner

Ein Blick in die Kinderstube der Meisen im Frühjahr ist ein bleibendes Erlebnis. „Dürfen wir die Eier oder die Jungen auf die Hand nehmen,“ ist die häufigste Frage. Die Antwort ist um so überraschender, „Ja“, denn bei den unempfindlichen Arten ist dieses möglich. Auch zu anderen Jahreszeiten ist ein Blick in die Nistkästen lohnenswert und gleicht einer Detektivarbeit. Manchmal überraschen uns auch Hummeln, Mäuse oder Siebenschläfer … es ist jedes mal spannend!

Dieses Thema kann zu allen Jahreszeiten durchgeführt werden und ist ab Klasse 3 geeignet.

Auf dem Gelände des Schullandheimes sind viele verschiedene Nistkästen aufgehängt. Es gehört zur Naturschutzarbeit diese zu kontrollieren, zu reinigen und zu reparieren. Das können wir gemeinsam tun. Auf besonderen Wunsch können auch Nistkastenbausätze zusammengebaut werden, die allerdings bezahlt werden müssen. Die Kästen können dann im Landheim, in der Schule oder Zuhause aufgehängt werden.

Die klassischen Bewohner sind Blau- und Kohlmeisen, die wir auch am häufigsten antreffen. Sie sind wenig störungsempfindlich, daher können wir zur richtigen Zeit die wenige Gramm schweren Nesthocker auch genauer betrachten. Hier gibt es viel zu beobachten und zu lernen.

Aber auch wenn keine Jungen im Nest sind, gibt es viel zu entdecken. Alte Eier, verschiedene Nistmaterialien oder mumifizierte Junge lassen Rückschlüsse auf die Bewohner und deren Bruterfolg zu. Auch andere Tiere nutzen die künstlichen Höhlen und man weiß nie welche lebendigen oder toten Kreaturen einen zum Lachen oder Gruseln bringen - die Kontrollen sind immer ein Abenteuer!