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Das Survivalprojekt hat seine Stärke in der Schülermotivierung. Wenn es um das eigene Wohlbefinden oder gar "Überleben" geht, wird es plötzlich interessant zu wissen, wie ich ein Feuer entzünden kann, giftige von essbaren Pflanzen unterscheiden oder im Wald übernachten kann.

Das Thema hat seinen Reiz aber auch in der Einbeziehung der Schülernatur. Jeder Mensch hat seine persönlichen Grenzen und Ängste im Umgang mit der Natur. Diese zu erfahren, Grenzen zu erweitern und sich selbst und die Natur dabei kennen zu lernen, erweitern die Handlungskompetenz der Schülerinnen und Schüler.

Dabei geht es neben der Selbstwahrnehmung auch um Empathie für Mitschüler. Wie sind meine Grenzen und die der anderen? Hiermit verantwortungsvoll umzugehen und zu kooperieren ist ebenfalls ein Lernziel.

Die Aktionen finden draußen statt und ermöglichen vielfältige Naturbegegnungen.

Mit der Nutzung verschiedener Naturmaterialien entwickeln wir eine Wertschätzung für Tiere, Pflanzen, Pilze und die Naturelemente.

Ein Blick zu den Survivalkünstlern, nämlich den Eingeborenen-Kulturen in den letzten unberührten Landstrichen unserer Erde, legt den Grundstein für ein Engagement für eine nachhaltige Lebensweise, zum Erhalt der Natur und der Kultur indigener Völker.

Dieses Projekt basiert auf den Methoden der Natur- und Wildnispädagogik.

Beim Thema Feuer ist man schnell „Feuer und Flamme“. Es ist aufregend und macht Kindern Spaß (nicht nur Kindern) ein eigenes Feuer nur aus Materialien zu entzünden, die sie in der Natur finden. Einführend überlegen wir, in welchen Survivalsituationen wir ein Feuer benötigen und welche Gefahren von Feuer ausgehen können, um einen verantwortungsvollen Umgang zu gewährleisten. Mit ein paar Tricks und Kniffen schafft es am Ende jede Gruppe ihr eigenes Feuer zum Brennen zu bekommen.

Weiterführende Informationen:

Die Aktion Survival-Feuer ist für Kinder ab der 3. Klasse konzipiert. Es sind keine Vorkenntnisse erforderlich.

Eingebettet in eine Survivalgeschichte, geht die Klasse auf eine Waldwanderung. In diesem Survivalszenario lernen wir ein Feuer mit Streichhölzern zu entzünden. Aber das ist gar nicht so leicht, denn als Brennmaterial können wir nur das benutzen, was der Wald hergibt, auch wenn es in der Nacht zuvor geregnet hat. Um geeignetes Material zu finden, muss der Wald erforscht werden, dabei entdeckt man so einiges und lernt den Wald zwangsläufig genauer kennen.

Mit den gesammelten Naturmaterialien machen die Kinder auf dem Landheimgelände Feuer. Dabei wird in Kleingruppen gearbeitet, um alle Kinder zu aktivieren.

Es darf viel ausprobiert und geforscht werden und das Scheitern gehört ebenfalls dazu, denn aus den Misserfolgen können wir viel lernen. Damit am Ende jede Gruppe einen Erfolg verbuchen kann und ein eigenes kleines Feuer hat, werten wir die Erfahrungen gemeinsam aus und geben Tipps und Schützenhilfe.

Für ältere und erfahrene Schüler*innen bieten wir weitere Schwierigkeitsstufen an. Anstatt die Flamme mit einem Streichholz zu erzeugen, schlagen wir mit Feuersteinen Funken und fangen sie mit Zundermaterial auf. Komplizierter wird es, wenn wir mit einem Bogen und einer Spindel durch Reibung Glut erzeugen. Diese Technik ist ab der 7. Klasse zu empfehlen.

Eigentlich ist die Pflanzenwelt der heutigen Jugend ziemlich egal und Artenkenntnis so gut wie gar nicht vorhanden. Das kann sich aber schnell ändern, wenn wir in einem Survivalszenario auf die Natur angewiesen sind und uns von ihr ernähren müssen. Jetzt ist es plötzlich wichtig zu wissen, welche Pflanzen essbar und welche giftig sind.

Wir streifen durch den Wald, lernen spielerisch Pflanzen kennen, sammeln sie und bereiten uns im Landheim daraus Marmelade, Kräuterpfannkuchen oder Kräutertee.

Weiterführende Informationen

Dieses Angebot ist für alle Klassenstufen geeignet. Es sind keine Vorkenntnisse nötig.

Die Jahreszeiten bestimmen die konkrete Ausformung dieses Angebots, es ist also per se saisonal. Bereits im zeitigen Frühjahr sprießen viele Kräuter, die wir zu schmackhaften Tees oder Kräuterpfannkuchen verarbeiten können. Besonders bekannt ist der Bärlauch, der auch zu Pesto oder Kräuterbaguette verwendet werden kann. Später im Jahr können zahlreiche Blüten gefunden werden, mit denen Speisen verziert werden. Ab dem Spätsommer ernten wir Früchte. Besonders aus Holunderbeeren lässt sich eine leckere Marmelade herstellen, die zum Frühstück im Landheim verzehrt werden kann.

Das Interesse von Kindern an Pflanzen wird immer dann geweckt, wenn es spannend wird. Durch ein Planspiel tauchen wir in eine Survivalsituation ein, in der wir uns Nahrung aus der Natur beschaffen müssen. Dabei machen wir uns klar, welche realen Gefahren bestehen. Es könnten Vergiftungen auftreten, wenn wir die Pflanzenarten nicht genau bestimmen können. Und da wir die gesammelten Pflanzen später auch tatsächlich essen (und nicht nur so tun als ob), ist die Aufmerksamkeit und Neugierde gleich viel größer.

Gleichzeitig wird ein wertschätzender Umgang mit den Pflanzen vermittelt. Zum einen, weil dieses „Unkraut“, wie es bislang genannt wurde, für uns eine „lebenswichtige“ Bedeutung bekommt und zum anderen, weil wir es uns einverleiben wollen und was man isst, das schätzt man in der Regel auch.

Für viele Kinder ist es eine völlig neue Erfahrung sich aus der Natur ernähren zu können. Das Gemüse aus dem Supermarkt wird kaum noch mit der Natur in Verbindung gebracht. Besonders interessant wird es, wenn man Wildpflanzen und Gemüse vergleicht. Wildgemüse schneidet in puncto Gesundheit immer besser ab. Zudem ist es nicht mit Pestiziden belastet. Aber Moment mal, wer sagt uns denn, dass die Pflanzen im Wald nicht chemisch belastet sind? Hier kommt der Umweltschutzgedanke ins Spiel und es wird verständlich, weshalb man seinen Müll nicht einfach in die Landschaft werfen sollte.

Viele Denkanstöße ergeben sich je nach Altersstufe der Kinder im praktischen Tun und können aufgegriffen und vertieft werden.

Als spielerische Heranführung werden die Spiele Pflanzenmemory und Pflanzendomino eingesetzt, die das genaue Hinsehen und die Artenkenntnis fördern.

Für die meisten Kinder ist es eine gruselige Vorstellung im Wald zu übernachten. Das macht die Sache auf der anderen Seite aber gerade so spannend. In unserem Survivalszenario bereiten wir uns darauf vor, eine Nacht in der Wildnis zu verbringen, da wir uns „verlaufen“ haben. In solch einer Notsituation, ohne Isomatte und Schlafsack, bietet der Wald alles, was wir für eine gemütliche Nacht brauchen. Wir bauen gemeinsam eine Laubhütte und lernen dabei viel über den Wald und seine Bewohner. Der Wald wird zum Erlebnisraum und die Naturverbindung der Kinder wird gestärkt.

Weiterführende Informationen

Dieses Angebot ist für alle Klassenstufen geeignet. Es bedarf keiner Vorkenntnisse.

Je nach Altersstufe kursieren die unterschiedlichsten Vorstellen über mögliche Gefahren bei Kindern, wenn man über eine Waldübernachtung nachdenkt. Zuallererst fürchtet man sich vor allerlei Tieren. Bei genauerem Hinsehen stellt man beruhigend fest, Dinosaurier sind ausgestorben, Löwen und Tiger gibt es in Europa nicht und unsere heimischen Tiere haben alle mehr Angst vor dem Menschen als umgekehrt. 

Als nächstes werden die Bedenken zu Kälte und Nässe ins Rennen geworfen. Hier kommt die Laubhütte ins Spiel. Aus Stöcken und Laub lässt sich mit ein paar Tricks tatsächlich eine wärmende, trockene Hütte bauen. Nachdem die Konstruktion in einem Modell vorgestellt worden ist, heißt es anpacken. Gemeinsam wird der Wald nach passenden Materialien durchsucht und eine Original-Wildnis-Laubhütte konstruiert, in der ein bis zwei Kinder Platz haben.

Bei diesem Angebot lernen die Kinder, quasi nebenbei, viel über unseren heimischen Wald und seine Bewohner kennen. Es werden Tierspuren entdeckt und es bleibt nicht aus, dass die Bewohner der Laubstreu und ihre ökologische Funktion zum Gegenstand werden. Auch das Thema Zecken findet seinen Platz und man erfährt, dass diese Spinnentiere eher auf Wiesen zu finden sind als in der Laubschicht.

Am Ende sind die Kinder so vertraut mit dem Naturraum, dass sie ihre Berührungsängste abgebaut haben und die Hütte ausprobieren. Sie legen sich ins Laub, kriechen in die Hütte und sind begeistert. Es gibt immer ein paar Verwegene, die sich kaum davon abbringen lassen die Hütte am Abend nutzen zu wollen.

Mit älteren Schülern kann eine Waldübernachtung tatsächlich geplant und durchgeführt werden. Dieses bietet sich ab der 6. Klasse an und ist für alle, auch die Lehrerinnen, eine unvergessliche Erfahrung. Hierfür werden dann allerdings Isomatten und Schlafsäcke benötigt und es wird ein großes Biwak mit einer Plane konstruiert.

Es gibt viele Möglichkeiten sich in der Wildnis zu orientieren, für die meisten benötigt man aber viel Outdoorerfahrung. Anders ist es mit dem GPS. Diese technisch gestützte Variante motiviert zudem die Jugendlichen, sich in die Natur zu begeben und sie zu erforschen.

Mit einer ausgearbeiteten GPS-Wildnis-Ralley können die Jugendlichen in Kleingruppen den Wald rund um das Landheim erkunden und dabei echte Abenteuer erleben.

 

Weiterführende Informationen

Die ausgearbeitete Rallye kann gemeinsam mit der gesamten Klasse durchgeführt werden. Spannender ist es natürlich, wenn die Jugendlichen in Kleingruppen unterwegs sind, dieses ist aber erst ab der 7. Klasse verantwortbar.

Nach einer allgemeinen Einführung zum GPS und zur Rallye wird ein Zeitplan erstellt, der alle Gruppen nacheinander losschickt. Unterwegs sind die Gruppen auf sich alleine gestellt und müssen selbst entscheiden ob sie sich auf Waldwegen oder querfeldein bewegen. Sie müssen sich auch als Team beweisen, denn es gilt strittige Entscheidungen zu klären und Unsicherheiten gemeinsam durchzustehen. Es müssen Naturrätsel gelöst werden, um die Koordinaten für den jeweils nächsten Punkt zu errechnen. Oder es muss der Kompass eingesetzt werden um nach den Himmelsrichtungen zu navigieren. Im Zweifelsfall kann auf die Landheimkoordinaten geklickt werden, die den Weg zurück ermöglichen.

Dieses Angebot erfordert einen etwas höheren Vorbereitungsbedarf mit der Klasse, der aber als Gruppenprozess grundsätzlich als Ganzes gesehen werden kann. So lassen wir in den Gruppen jeweils einen Verantwortlichen bestimmen, der auf das GPS achtet und eine besondere Einweisung bekommt. Insgesamt ermöglicht dieses Angebot eine höhere Selbstbestimmung und -verantwortung, es erfordert aber auch eine hohe soziale Kompetenz.

Die Lehrkraft übernimmt koordinierende Aufgaben und sollte auch Freude daran haben ein paar Stationen im Wald zu besuchen.

Lehrkräfte mit GPS- und Outdoorkenntnissen können dieses Angebot eigenständig mit ihrer Klasse durchführen.